Enttäuscht von mangelnder Solidarität der Dienstgeberseite

Die Interessensgemeinschaft der Mitarbeitenden in Caritas und Kirche (IG-MiCK) bedauert sehr, dass eine große Chance zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Altenpflege vertan wurde.
Der Bundeskommission der Caritas kam die Aufgabe zu, ein gesellschaftlich bedeutendes Projekt zu unterstützen. Für die Beschäftigten in der Altenpflege wollten ver.di und die BVAP einen Tarifvertrag durch den Bundesarbeitsminister für allgemeinverbindlich erklären lassen.

Dieser Antrag hätte der Zustimmung der kirchlichen Kommissionen bedurft, weil sie die tariflichen Interessen des überwiegenden Teils der in der Altenpflege Beschäftigten vertreten. Dabei ging es nicht um die 170.000 Beschäftigten in Altenpflegeeinrichtungen und Diensten der Caritas, die Dienstverträge nach AVR haben. Es ging um jene, die unter schlechteren oder ungeregelten Bedingungen vor allem bei privaten Pflegeunternehmen arbeiten.

Anders als behauptet, stand kein „Einheitstarif“ zur Abstimmung. Es geht bei dem Konzept um die Regelung von selbstverständlichen Mindestniveaus in der Vergütung oder beim Urlaubsanspruch. Ein bescheidendes Mindestniveau, das übertroffen werden sollte, will man die Arbeit in der Altenpflege angemessen honorieren.

Dass wir jenen, die ohne Tarif beschäftigt sind, durch unsere Zustimmung bessere Arbeitsbedingungen ermöglichen, ist zuvor von Vielen in der Gesellschaft, der Politik aber auch aus der Caritas und der Kirche erwartet worden. Die Dienstgeberseite in der AK hat diese Zustimmung verweigert – eine große Chance ist verpasst, Erwartungen sind enttäuscht worden, der Ruf der Caritas und der Kirche hat in ohnehin schwierigen Zeiten zusätzlich gelitten.

Die Mitarbeitervertreter in der katholischen Kirche und ihrer Caritas haben dieses Vorhaben von Beginn an unterstützt und dies in der Öffentlichkeit erklärt und beworben und sind enttäuscht von der mangelnden Solidarität der Dienstgeberseite.

Die Caritas wirbt derzeit mit der Kampagne „Das machen wir gemeinsam“ für mehr Solidarität in der Gesellschaft und nicht zuletzt für eine Aufwertung sozialer Berufe und Gesundheitsberufe. Mit ihrer Verweigerung in der Bundeskommission hat die Dienstgeberseite der Caritas auch die Glaubwürdigkeit dieser Kampagne beschädigt.

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